Die Geschichte unseres Ortes
An der alten Heerstraße, die vom Rhein her nach Mimigemeford
(Münster), dem ersten Bischofssitz, führte, lag ein offenes, mit Stechpalmen
(althochdeutsch Hülskrabbe = hulis) bewachsenes Feld, Oppenhulis = Oppenhulisa
genannt, das bereits in einer Urkunde des Jahres 1022 erwähnt wird. Auf einem
von Wall und Graben umgebenen festen Platz ist 1023 der Haupthof Oppenhues
vermerkt, ein Anwesen, das jedem offen stand und ähnlich wie die alte Immunität
zu St. Mauritz in Münster jedem Flüchtling Unterkunft und Schutz bot.
Neben dem
Hulis-Busch und dem Oppenhues, deren Namen wohl die Stammnamen unseres Dorfes
sind, entstand um 1030 unsere erste Kirche, eine der ältesten Kirchen
Westfalens. Nach einer Anordnung Karls des Großen mussten zwei Bauernhöfe
vorhanden sein, damit der Unterhalt der Kirche gesichert war. Dieser Vorschrift
genügte man, indem man vom Haupthof (später Hof Schulze Frenking - heute
Gemeindezentrum) den Wem- oder Wedemhof = geweihter Hof (später
Rohlmanns-/Schulze Finkenbrinks Hof - heute Evangelisches Friedenshaus)
abzweigte. Hier wohnte und lebte der Seelsorger. Der zugehörige Altarbusch ist
der zum Altare, zur Kirche gehörende Wald.
Mit dem Haupthof wurde zu Beginn des 12.
Jahrhunderts Franko von Schonebeck belehnt; der Hof erscheint von da ab als
„curtis Vreninshof" oder „curtis Franconis" längere Zeit hindurch im Besitz der
Ritter von Schonebeck, deren Familienname durch Jahrhunderte bis heute mit
Appelhülsen verwachsen ist (Klein- und Groß-Schonebeck!). Im
spanisch-niederländischen Erbfolgekrieg hatte unser Dorf 1587 sehr zu leiden; im
Siebenjährigen Krieg waren es 1757 französische und 1758 hessische
Truppen, die Not und Elend verbreiteten. 1678 und 1716 wüteten schwere Brände;
1814 brannte es erneut, und die Einwohner von fast allen 70 Häusern wurden um
Hab und Gut gebracht.
Die Gemeinde gehörte mit rund 70 ha Flächeninhalt
lange zu den kleinsten - aber nicht unbedeutendsten - des Landkreises. Sie war
von den beiden Gemeinden Nottuln und Senden nach allen Seiten derart
eingeschlossen, dass eine Ausdehnungsmöglichkeit trotz jahrhundertelanger
Bemühungen ergebnislos blieb.
1749 hatte
Appelhülsen 309 Einwohner; von 391 Einwohnern im Jahre 1818, 657 im Jahre 1890,
1240 im Jahre 1939, 1645 aufgrund der Grenzbereinigung mit der Gemeinde Nottuln
im Jahre 1950, wuchs die Bevölkerung in den siebziger Jahren auf über 2 000,
1984 sogar auf 2 924 Einwohner an. Die Einwohnerzahl stieg im Jahr 1994 auf
3210. Durch Erschließung neuer Baugebiete ist die Tendenz steigend. Baugelände
war bis 1948 in Appelhülsen nicht zu haben, so lesen wir in der Tageszeitung von
April 1967 in einem Referat des seinerzeitigen Bürgermeisters Hugo Eberhardt zur
„Entwicklung der Gemeinde Appelhülsen". Eberhardt war Bürgermeister von 1952 bis
1961 und von 1964 bis zur kommunalen Neugliederung am 31. Dezember
1974. Durch einen günstigen Zufall konnte die Gemeinde dann 1951 vom Herzog
von Croy den Lepping Kamp, ca. 5 ha, (damals Sendener Gemeindegebiet - heute
Brulandstraße) und außerdem die Berteischen Gärten (besser bekannt unter
Rohlmannsche Gärten - heute Wemhofstraße) erwerben. „Am 15. August 1952
erwirbt die Gemeinde einen weiteren Hektar an der Stever bei Frenkings Mühle zu
dem ausdrücklichen Zweck, dort eine Badeanstalt zu errichten", so schreibt es
Hauptlehrer Bernhard Störkmann in seiner Chronik. (Text und Fotos aus dem
Buch "Appelhülsen Impressionen" des Heimatverein)
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