Die Geschichte unseres Ortes

An der alten Heerstraße, die vom Rhein her nach Mimigemeford (Münster), dem ersten Bischofssitz, führte, lag ein offenes, mit Stechpalmen (althochdeutsch Hülskrabbe = hulis) bewachsenes Feld, Oppenhulis = Oppenhulisa genannt, das bereits in einer Urkunde des Jahres 1022 erwähnt wird. Auf einem von Wall und Graben umgebenen festen Platz ist 1023 der Haupthof Oppenhues vermerkt, ein Anwesen, das jedem offen stand und ähnlich wie die alte Immunität zu St. Mauritz in Münster jedem Flüchtling Unterkunft und Schutz bot.
1960 - Der 1878 erbaute Hof Schulze Finkenbrink aus der Vogelperspektive. 1975 ist mit dem Abriß begonnen worden. Der Speicher ist nahezu 200 Jahre alt. Er ist heute das evangelische Gemeindezentrum.Neben dem Hulis-Busch und dem Oppenhues, deren Namen wohl die Stammnamen unseres Dorfes sind, entstand um 1030 unsere erste Kirche, eine der ältesten Kirchen Westfalens.
Nach einer Anordnung Karls des Großen mussten zwei Bauernhöfe vorhanden sein, damit der Unterhalt der Kirche gesichert war. Dieser Vorschrift genügte man, indem man vom Haupthof (später Hof Schulze Frenking - heute Gemeindezentrum) den Wem- oder Wedemhof = geweihter Hof (später Rohlmanns-/Schulze Finkenbrinks Hof - heute Evangelisches Friedenshaus) abzweigte. Hier wohnte und lebte der Seelsorger. Der zugehörige Altarbusch ist der zum Altare, zur Kirche gehörende Wald.
Rekonstruktion von Appelhülsen um 1300Mit dem Haupthof wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts Franko von Schonebeck belehnt; der Hof erscheint von da ab als „curtis Vreninshof" oder „curtis Franconis" längere Zeit hindurch im Besitz der Ritter von Schonebeck, deren Familienname durch Jahrhunderte bis heute mit Appelhülsen verwachsen ist (Klein- und Groß-Schonebeck!).
Im spanisch-niederländischen Erbfolgekrieg hatte unser Dorf 1587 sehr zu leiden; im Siebenjährigen  Krieg waren es 1757 französische und 1758 hessische Truppen, die Not und Elend verbreiteten. 1678 und 1716 wüteten schwere Brände; 1814 brannte es erneut, und die Einwohner von fast allen 70 Häusern wurden um Hab und Gut gebracht.

Die Gemeinde gehörte mit rund 70 ha Flächeninhalt lange zu den kleinsten - aber nicht unbedeutendsten - des Landkreises. Sie war von den beiden Gemeinden Nottuln und Senden nach allen Seiten derart eingeschlossen, dass eine Ausdehnungsmöglichkeit trotz jahrhundertelanger Bemühungen ergebnislos blieb.
Umzeichnung des Urkatasters von Appelhülsen 18271749 hatte Appelhülsen 309 Einwohner; von 391 Einwohnern im Jahre 1818, 657 im Jahre 1890, 1240 im Jahre 1939, 1645 aufgrund der Grenzbereinigung mit der Gemeinde Nottuln im Jahre 1950, wuchs die Bevölkerung in den siebziger Jahren auf über 2 000, 1984 sogar auf 2 924 Einwohner an. Die Einwohnerzahl stieg im Jahr 1994 auf 3210. Durch Erschließung neuer Baugebiete ist die Tendenz steigend. Baugelände war bis 1948 in Appelhülsen nicht zu haben, so lesen wir in der Tageszeitung von April 1967 in einem Referat des seinerzeitigen Bürgermeisters Hugo Eberhardt zur „Entwicklung der Gemeinde Appelhülsen". Eberhardt war Bürgermeister von 1952 bis 1961 und von 1964 bis zur kommunalen Neugliederung am 31. Dezember 1974.
Durch einen günstigen Zufall konnte die Gemeinde dann 1951 vom Herzog von Croy den Lepping Kamp, ca. 5 ha, (damals Sendener Gemeindegebiet
- heute Brulandstraße) und außerdem die Berteischen Gärten (besser bekannt unter Rohlmannsche Gärten - heute Wemhofstraße) erwerben.
„Am 15. August 1952 erwirbt die Gemeinde einen weiteren Hektar an der Stever bei Frenkings Mühle zu dem ausdrücklichen Zweck, dort eine Badeanstalt zu errichten", so schreibt es Hauptlehrer Bernhard Störkmann in seiner Chronik.
(Text und Fotos aus dem Buch "Appelhülsen Impressionen" des Heimatverein)

 

 

  [UPDATE: 19.01.2007]

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