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HAUS GIESKING

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HAUS GIESKING

Gestüt Haus GieskingHaus Giesking ist bewohnt und in Privatbesitz. Es ist nicht für Besucherverkehr zugänglich. Bitte respektieren Sie die Privatspähre der Bewohne

 

Erstmals wurde Haus Giesking  zu Beginn des 14. Jahrhunderts urkundlich als domus Gysekinch in den Heberegistern des Stiftes Nottuln erwähnt.
 

Schon zur Mitte des 15. Jahrhunderts befand sich Giesking in den Händen der münsterischen Erbmännerfamilie Warendorp, die das Gut von den Bauern Johann und Else Gysekinck übernahm. Die endgültige Übertragung an Bernd Warendorp erfolgte 1494. Den Hauptsitz hatte die Familie Waldendorp auf dem Haus Nevinghoff. Die Bewirtschaftung erfolgte durch Eigenhörige.
 

Im Mai 1575 starb Heinrich von Warendorp kinderlos, obwohl es insgesamt 3 Mal verheiratet war. In dem 1572 errichteten Testament setzte der seinem Neffen Lubbert Travelmann zu Ebeling und Mathias von Kerckering zu seinen Erben ein. Erstgenannter erhielt u.a. das Haus Nevinghoff.
 

Matthias von Kerkering zu Stapel erhielt das Haus Giesking. Er war seit 1550 mit Margreth Travelmann zu Ebbeling, einer Schwester des Lubbert Travelmann zu Ebeling, verheiratet. Nach seinem Tod 1591 wurde sein Besitz unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt. Bernhard von Kerckerinck zu Stapel erhielt das Haus Stapel. Sein jüngerer Bruder, der 1554 geborene Barthold, erhielt das Haus Giesking. Beide Häuser wurden zum Fideikommißgut erklärt. Durch diese Erbteilung entstand neben der Linie Kerckering zu Stapel die Linie Kerckering zu Giesking, die ihren Hauptsitz auf dem Haus Giesking nahm. Unter Barthold wurden mehrere Baumaßnahmen eingeleitet. Dies wurde auch durch die 1593 mit Christine Kerckering zu Borg geschlossene Ehe ermöglicht, da sie eine hohe Mitgift in die Ehe einbrachte. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde beispielsweise die Gräfte verbessert.

1626 heiratete Bernhard Kerckering, Herr zu Giesking Richmond von Bock, Erbin zu Sentmaring, Soest und Grevinghoff. Zuvor hatte Bernhard Haus Getter bei Amelsbüren gekauft, so dass er den Namen von Kerckering zu Giesking und Getter annahm. 
 

1632 leitete Bernhard die bedeutendste Baukampagne auf Haus Giesking ein.  Nach dem Tod von Bernhard, 1657, erbte sein 2. Sohn Mathias das Erbe. 
 Da Mathias Kerckering zu Stapel lediglich 5 uneheliche und damit nicht erbberechtigte Söhne hinterließ, setze er sein Patenkind Mathias von Kerckering zu Giesking in seinem 1651 errichteten Testament als Erbe ein. Der Erbfall fiel auch sogleich im gleichen Jahr an, so dass die zuvor getrennten Linien wieder vereint wurden.
 Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war nicht mehr Giesking der Hauptsitz der Familie Kerckering, sondern Stapel. Als erster Namenszusatz wurde das Haus Stapel angeführt. Haus Giesking sank zum Nebensitz herab. Seit dieser Zeit wurde Giesking von Pächtern bewirtschaftet. 
Nach dem Aussterben der Familie von Kerckering zu Stapel im Mannesstamm gegen Ende des 18. Jahrhunderts, erbte die Tochter Theresia, Haus Stapel sowie Haus Giesking und die übrigen Besitztümer. In seinem Testament legte der Vater Franz Herman Ludwig Freiherr von Kerckering fest, dass der zukünftige Ehemann Theresias den Namen Kerckering führen muss, das Familienwappen annehmen und sich ferner in den Reichsfreiherrenstand erheben lassen muss. Am 12. Mai 1801 heiratete Theresia schließlich Ernst Constantin von Droste-Hülshoff und 1802 erhielt er vom Kaiser Franz I. den Titel: Reichsspanner-Reichsfreiherr von Droste, genannt Freiherr von Kerckering zu Stapel, Brock, Giesking, Greivinghoff, Soest, Buxfort, Landegge. Auch diese Linie erlosch 1880, so dass der Besitz auf die jüngere Linie der Familie von Droste-Hülshoff überging.
 

Haus Giesking ging 1956 in das Eigentum der Familie Schürholz über, da die Ehefrau, eine geborene von Droste-Hülshoff, es mit in die Ehe gebracht hat.  Familie Schürholz nutzte das Anwesen persönlich, so dass die Bewirtschaftung durch Pächter aufgehoben wurde. Es folgten zahlreiche kleinere Umbauten und die Gebäude wurde als Gestüt ausgebaut.
 

1988 wurde Haus Giesking schließlich an Marianne und Rudolph Tecklenborg aus Werne verkauft, in dessen Eigentum es sich noch heute befindet. Sie veranlassten umfangreiche Renovierungs- und Neubaumaßnahmen.
 

Haus Giesking wurde, wie schon zur Zeit als die Familie Schürholz das Anwesen nutze, wieder zu einem Gestüt ausgebaut und wird heute noch in dieser Funktion genutzt. Teile sind an den schwedischen Weltklassedressurreiter Patrick Kittel verpachtet.